Film: Zwanzig Tage Freiheit


Wochenlang hielten im Sommer 2009 Proteste Irans Regime in Atem. Ein iranisch-französischer Dokumentarfilm zeigt nun, wie eine ganze Stadt die Freiheit schnpperte. Bevor die Demonstrationen niedergeknüppelt wruden.

 

Frühjahr 2009 in Teheran. Auf der Straße streiten die Anhänger der beiden Reformkandidaten Mehdi Karroubi und Mir Hussein Mussavi miteinander. Mussavi sei scheinheilig, habe eine dunkle Vergangenheit und populistisch sei er außerdem, schreit einer. Eine Mussavi-Anhängerin hat ähnliches über Karroubi zu sagen und im Übrigen: Wer so schreie und die anderen nicht zu Wort kommen lasse, spalte das Reformer-Lager. An einem anderen Ort der Stadt, schwören vor einer Wahlkampfveranstaltung ältere Frauen und Männer dem Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad die Treue. „Ahmadinedschad wird den Islam voranbringen. Und dann wird der göttliche Retter kommen. Und diesen Verrätern das Genick brechen“, ruft eine schwarz verschleierte Frau in die Kamera.

 Eine Stadt im Aufbruch

 Auch beim nächtlichen Autokorso in der Innenstadt, dem typischen Teheraner Balzritual, hält die Jugend Plakate aus dem Auto. „Der Iran besteht nicht nur aus Teheraner Studenten“, rufen die Anhänger Ahmadinedschads siegesgewiss. Der umstrittene Präsident hat seine Anhänger in den Armenvierteln und auf dem Land. Aus den Autos, die mit den grünen Fahnen des Reformerlagers geschmückt sind, wird Ahmadinedschad dagegen als Diktator  beschimpft und Freiheit gefordert. Der Film „Twenty days that shook Teheran“, der jetzt auf dem Dokumentarfilmfest in Leipzig zu sehen war, zeigt eine Stadt im Aufbruch.

  

Zwanzig Tage dauert im Iran der Wahlkampf. Eine kurze Zeit, in der Politik und Gesellschaft zum Leben erwachen, in der die Luft mit Parolen, Argumenten, Hoffnungen, Schwüren und Verschwörungstheorien angefüllt ist. „Ich wusste dass es in der iranischen Gesellschaft ein enormes Potential für den Wechsel gibt“, sagt der Regisseur Ali Razi. „Aber ich hätte diesen Raum der Freiheit nicht erwartet. Das zeigt, dass die iranische Gesellschaft das Potential für demokratische Diskussionen hat und die Leute sich gegenseitig zuhören können. Es überrascht und es freut mich, wie sehr sich die Iraner gegenseitig anhören.“

 

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Das alles hier ist nur Show, um die Leute zum Wählen zu bringen, sagt ein Bürger. Er sollte recht behalten

 

 

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