Ayatollah Chamenei warnt erstmals öffentlich vor Christen


Iranischer Führer sieht den Islam in Gefahr

ROM, 15. November 2010 (ZENIT.org).- Der politische und religiöse Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, hat kürzlich Christen ins Fadenkreuz genommen. Wie erst jetzt durch das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors bekannt wurde, rechnete Chamenei in einer Ansprache am 19. Oktober in iranischen Stadt Qom mit vermeintlich gefährlichen westlichen Einflüssen ab. Zu diesen zählt er auch die freikirchlichen Hausgemeinden, die im Iran im Untergrund missionarisch wirken und so sehr stark wachsen.

Der iranische Führer warnte vor dem „Netzwerk der Hausgemeinden“, das den islamischen Glauben bedrohe und junge Muslime irreführe. Der Islam werde auf verschiedenen Wegen angegriffen, glaubt Chamenei. So würden der Schriftsteller Salman Rushdie, Hollywood-Filme und Karikaturen den Islam zerstören wollen. Erkenntnissen von Open Doors zufolge befürchten nun Leiter dieser Gemeinden zunehmende Verfolgung durch Polizei und andere Sicherheitskräfte. „Andererseits erhoffen sich iranische Christen nach dieser erstmals öffentlichen Erwähnung der Hausgemeinden, dass religiös Suchende und Christen muslimischer Herkunft im Untergrund den Mut haben, eine Hausgemeinde in ihrer Nachbarschaft aufzusuchen“, berichtet die Organisation, die sich dabei auf Aussagen eines Hausgemeindeleiters stützt.

Angaben von Open Doors zufolge gehört nur ein Viertel der 450.000 Christen im Iran traditionellen Kirchen an, darunter orthodoxe Armenier, chaldäische Katholiken und Christen verschiedener protestantischer Denominationen. Solange sich die Angehörigen dieser Gemeinden den islamischen Regeln unterordneten, bleibe es in der Regel bei Bespitzelungen und Reglementierungen. Doch die Mehrheit der Christen im Iran sind vom Islam konvertiert. Sie leben ihren Glauben an Jesus meist im Verborgenen, weil das Regime, dessen Geheimpolizei und auch religiöse Eiferer sie für ihren „Abfall vom Islam“ wie Kriminelle verfolgen. (mk)

Quelle

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