Iranische Nazis arbeiten legal


Wahied Wahdat-Hagh

Weblogger und Journalisten, Wissenschaftler und Aktivisten, die sich mit Menschenrechten und Demokratie beschäftigen, leben im Iran gefährlich. Nicht aber iranische Historiker, die den Nationalsozialismus propagieren. Mitte August ist eine iranische Historikergruppe mit einer Website, die sich Irannazi.com nennt, an die Öffentlichkeit gegangen. Dort werden in persischer Sprache offen der Nationalsozialismus propagiert, Hitler und Goebbels verherrlicht, ein rassistischer Antijudaismus und antizionistischer Vernichtungsantisemitismus popularisiert und ein extremer Hass gegen die Baha’i geschürt. Diese Website verschwand zunächst für einige Tage und erschien dann wieder. Seit Ende November ist die Website wieder offline. Die Betreiber der Nazi-Website werden zwar nicht verfolgt und der Verein ist nicht verboten worden, aber öffentlich treten sie gegenwärtig im Hyperspace nicht auf. Die nationalsozialistische Ideologie darf im Iran ungehindert propagiert werden. Die 18. Auflage von Hitlers „Mein Kampf“ auf Persisch kann im Iran in jeder größeren Buchhandlung gekauft werden. Die „Forschergruppe“ gibt an im Rahmen der iranischen Gesetzgebung zu arbeiten und rein wissenschaftlich und historisch orientiert zu sein. Die Historiker haben auch ein „Iranisches Forschungsinstitut des Nationalsozialismus“ gegründet. Als die „Historiker“ auf ihrer Website Irannazi.com damit prahlten unter der Aufsicht des Ministeriums für Kultur und islamische Führung zu arbeiten, entfachte sich eine öffentliche Diskussion über die Verbreitung des nationalsozialistischen Gedankenguts. Der stellvertretende Minister des Ministeriums für Islamische Führung und Kultur ist der iranische Holocaustleugner Mohammad-Ali Ramin. Die konservative Website des Ex-Generals der Revolutionsgardisten Mohssen Rezai fragte offiziell beim Ministerium nach, warum diese Website erlaubt sei und bekam folgende Antwort: Das Ministerium vergäbe keine Lizenzen für Websites. Es handle sich um eine unabhängige Gruppe von Historikern, die die Ursachen des zweiten Weltkrieges erforschten. Genau das hatte der Organisator der Holocaust-Konferenz in Teheran Mohammad-Ali Ramin gefordert und nun dürfen die nach eigenem Verständnis iranischen Nazis als „unabhängige Forscher“ arbeiten. Mit einem „Sieg-Heil“ und einem Photo von Hitler, den Hitlergruß zeigend, fängt beispielsweise die Übersetzung des 25 Punkte Programms der NSDAP an. Und ein junger Iraner steht vor dem schwarz-weiß-roten Hakenkreuz. Auch die so genannten Protokolle der Weisen von Zion, die es in verschiedenen Buchpublikationen auf Persisch gibt, sind dort veröffentlicht. Es handelt sich dabei um ein klassisches antisemitisches Pamphlet, das den jüdischen Weltherrschaftswillen beweisen soll. Die iranischen Kommentare dazu belegen aber mitnichten einen objektiven Umgang mit dem Problem des Antisemitismus. Zur Bestätigung des Wahrheitsgehalts der Protokolle wird unter dem Motto, die Juden seien „ein niedriges Volk und verflucht“, prompt Hitler zitiert: „Zuerst Gott und dann die Nazis. Die Juden sind nicht versöhnlich. Sie müssen vernichtet werden.“ Ein weiteres Zitat von Hitler beunruhigt sicher die iranischen Juden: „Unsere Feinde sind nicht England und Frankreich.

Quelle

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