Ist die Islamische Republik gegen den Arabischen Frühling immun ?


…. nicht unbedingt !

Iran has so far remained relatively unaffected by the winds of change that have swept through the Middle East and North Africa. Yet this was not a foregone conclusion. Given the opposition’s ability to build on a recent wave of mobilisation to revive the calls for protests triggered in 2009, why has it not taken advantage of the regional domino effect?

The Green Movement, too often over-emphasised by outsiders as a panacea for Iran’s democratic future, failed to draw its lessons from the crushed 2009 protests. Today it remains too divided and ambiguous to constitute the key driver of change from within. Instead, Iran’s potential for democratic change may largely depend on ongoing regional developments. In particular, the fall of the Assad regime in Syria would weaken the Iranian regime by isolating it regionally and fostering further splits within its leadership, thereby enhancing the prospects of political change.

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Dokumentation: Stimmen aus dem Iran + Diskussionsrunde


Im Juni 2009 rebellierte die iranische Jugend. Sie zweifelte das Ergebnis der Präsidentschaftswahl an und lehnte sich gegen das Regime auf. Ihre Forderungen verbreiteten sich nach Tunesien, Ägypten, Libyen, Jemen und Algerien. Doch ihr Aufruhr ist vorerst erstickt worden, der Iran hat wieder dichtgemacht und verbietet zum Beispiel ausländischen Filmteams das Drehen. Der Dokumentarfilm von Manon Loizeau ist ein Dialog von „dort“ und „hier“.(Frankreich, 2011, 90min)

Die „Friedensbewegung“ zeigt ihr wahres (heuchlerisches) Gesicht


Die Menschen in Arabien kämpfen für ihre Freiheit. Doch die deutschen Gutmenschen halten sich mit Lichterketten und Solidaritätsbekundungen zurück. Warum?

… Erstens demonstrieren die Menschen in Tunesien, Ägypten und Jemen nicht gegen den Imperialismus, den Kapitalismus und den Zionismus. Sie verbrennen keine US-Fahnen und rufen nicht “Tod für Amerika!” und “Israel muss weg!” Das aber müssten sie tun, wenn sie von uns ernst genommen werden wollten. Sie demonstrieren nur für Freiheit und Wohlstand, wie die Ossis vor dem Fall der Mauer, und das macht sie verdächtig. Wahrscheinlich wollen sie alle nur mal im Kaufhaus des Westens shoppen und rechnen fest mit einem Begrüßungsgeld.

Artikel vom Februar 2011

„Die Zeit der Ideologien ist vorbei“


Samadi Ahadi

Der deutsch-iranische Regisseur Samadi Ahadi über die Lehren des „arabischen Frühlings“ Ali Samadi Ahadi, 1972 geboren, kennt sich aus mit Diktaturen: Als 13-Jähriger floh der Filmemacher aus seiner Heimat Iran nach Deutschland. Seine Dokumentation über die Grüne Revolution des Sommers 2009, „The Green Wave“, kam in diesem Frühjahr in die Kinos. Heute verfolgt der Ahadi von Köln aus die Suche nach Libyens Ex-Diktator Gaddafi.

 

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Diktatorendämmerung in Nahost


Der ist bald weg

Der ist bald weg

Die Diktatorendämmerung in Nahost – soviel steht inzwischen fest – verändert
nicht nur die Herrschaftsverhältnisse in Kairo, Tripolis, Tunis, Sanaa und
Damaskus. Auch in Israel, bei der Hisbollah und im Iran sieht man Grund zur Sorge.

Erbil/Istanbul (dpa) – Der Sturz von Muammar al-Gaddafi ist ein
historisches Ereignis – für die Libyer und auch für die Nato-Staaten, die
mitgeholfen haben, den selbstherrlichen «König der Könige von Afrika» zu Fall zu
bringen. Auswirkungen auf die Machtbalance in Nahost hat die von internationalen
Öl-Konzernen genau beobachtete Zeitenwende in Tripolis jedoch nicht. Anders
sieht es dagegen in Syrien aus, wo sich ein Bündnis aus Linken,
Menschenrechtlern, Islamisten und frustrierten Jugendlichen mit Todesverachtung
dem brutalen Sicherheitsapparat der Familie von Präsident Pascher al-Assad
entgegenstellt. Denn wenn Assad stürzt, verliert das Nachbarland Israel einen
ungeliebten, aber verlässlichen Nachbarn.

Die Einflusszone des Iran, der bislang Assads engster Verbündeter war, würde schrumpfen, die durch Gewalt und
Massenverhaftungen entmutigte iranische Protestbewegung könnte wieder Morgenluft schnuppern.

Und auch die von Syrien bislang gehätschelte und vom Iran mit Waffen
versorgte Schiiten-Bewegung Hisbollah im Libanon stünde plötzlich ziemlich
alleine da.

Auf der Gewinnerseite stünde dagegen nach Einschätzung von
Diplomaten die Türkei. Sie hatte Assad nach anfänglichem Zögern schließlich doch
das Vertrauen entzogen und zeigt sich inzwischen offen solidarisch mit den
Oppositionellen. Einige Beobachter halten es sogar für möglich, dass die Türkei
den Aufständischen dabei helfen könnte, eine «befreite Zone» einzurichten, in
den ländlichen Provinzen, die an die Türkei grenzen. Dort könnte sich dann eine
«freie syrische Armee» formieren, ähnlich wie die libysche Rebellentruppe, die
im Februar Bengasi zu ihrer «provisorischen Hauptstadt» gemacht
hatte.

Auch die Kurden, die ihre Siedlungsgebiete im Irak, in der Türkei,
in Syrien und im Iran haben, erhoffen sich viel vom Zusammenbruch des
Assad-Regimes, das in der kurdischen Minderheit stets eine fünfte Kolonne
gesehen hatte. «Kurden und Araber – nationale Einheit», stand auch am
vergangenen Wochenende wieder auf den Transparenten der Menschen, die in Syrien
gegen das Regime demonstrierten.

Allerdings vermuten die Kurden, dass die
Türkei, die sich mit dem nordirakischen Kurden-Autonomiegebiet inzwischen
arrangiert hat, versuchen wird, eine grenzüberschreitende kurdische Verbrüderung
zu verhindern. «Doch gleichgültig was passiert, fest steht, dass für das
Assad-Regime jetzt der TÜV abgelaufen ist, da kann nichts mehr repariert
werden», erklärt ein kurdischer Politiker in der irakischen Stadt
Erbil.

Unter den Arabern dürften vor allem die Golf-Araber und eine wie
auch immer geartete neue ägyptische Führung von einer Neuordnung der
Machtverhältnisse in Damaskus profitieren. An ein politisches Überleben Assads,
der seit Monaten versucht, sich mit Reformversprechen und Repression an der
Macht zu halten, glaubt inzwischen auch im arabischen Lager fast niemand
mehr.

Der jüngste Vorschlag der Arabischen Liga, die das syrische Regime
zu einem Kurswechsel aufgefordert hat, wird selbst von denjenigen Politikern,
die ihn formuliert und in Damaskus vorgebracht haben, nicht wirklich ernst
genommen. Er soll vielleicht auch nur dazu dienen, Zeit zu gewinnen, die
Opposition besser kennenzulernen, um dann zu schauen, auf welche der vielen
Protestgruppen man setzen sollte.

Für Israel, das seit 1967 die syrischen
Golanhöhen besetzt hält, ist vor allem wichtig, wie stark die Nationalisten und
die Muslimbrüder künftig in Syrien sein werden. Denn wenn der Deckel vom
Kochtopf Syrien erst einmal hochgehoben wird, könnte es für den jüdischen Staat
unbequem werden. Hat doch gerade erst die Erstürmung der israelischen Botschaft
in Kairo durch gewalttätige Demonstranten gezeigt, dass in einem arabischen
Staat, der nicht sofort jeden Protest eindämmt, Eruptionen anti-israelischer
Gefühle zu erwarten sind.

Quelle

Von denen, ist keiner mehr da

Von denen, ist keiner mehr da

Teherans grüne Bewegung verliert an Kraft


Die Niederschlagung der Proteste zeigt, wie schwach Irans Opposition ist / Aktivist stirbt nach Hungerstreik

 

Abwarten !!

Der iranische Polit-Sommer bleibt aus: Sicherheitskräfte lösten am Sonntag kleinere Demonstrationen der Opposition in Irans Hauptstadt Teheran mit Gewalt auf. Die regimekritische Internet-Seite ‚Kaleme‘ berichtete laut der Nachrichtenagentur Reuters, Hunderte Demonstranten seien festgenommen worden. Oppositionelle Internetseiten hatten zum zweiten Jahrestag der umstrittenen Präsidentenwahl 2009 zum ’stillen Protest‘ und einem Marsch durch die Stadt aufgerufen. Die Opposition wirft dem Regime vor, die Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad gefälscht zu haben. Die Proteste gegen die Wahl, an denen sich nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses landesweit Hunderttausende beteiligt hatten, waren seinerzeit mit größter Härte aufgelöst worden.

 Die relativ kleinen Proteste in Teheran zeigen, wie geschwächt die Opposition zwei Jahre nach den Großdemonstrationen gegen das Regime ist. Die Führer der ‚grünen Bewegung‘, der Kleriker Mehdi Karroubi und der Ex-Premier Mir Hussein Mussawi, stehen unter Hausarrest. Sie können sich nicht öffentlich äußern. Ex-Präsident Mohammed Khatami, der ebenfalls zu den Reformern zählt, hat sich unter politischem Druck des Regimes zurückgezogen. Viele andere Oppositionelle und Journalisten wurden zu teilweise mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Einer von ihnen, der Journalist und Aktivist Hoda Saber, starb jetzt an den Folgen eines Hungerstreiks. Er hatte so gegen den Tod einer anderen Oppositionellen protestiert: Haleh Sahabi war an einem Herzschlag gestorben, nachdem Sicherheitskräfte sie bei der Beerdigung ihres eigenen Vaters bedrängt hatten. Die Behörden hatten ihr eine Haftunterbrechung gestattet, um an der Trauerfeier teilzunehmen.

Ahmadinedschad hat die persische Opposition weitgehend mundtot gemacht. Auch bei seinen Wirtschaftsreformen hat er sich durchgesetzt: Erwartete Proteste gegen die drastische Kürzung öffentlicher Subventionen blieben trotz steigender Inflation aus. Zudem füllt der hohe Ölpreis die Staatskasse. Dennoch steht Ahmadinedschad unter größerem innenpolitischen Druck als je zuvor: In einem von ihm provozierten Streit mit seinen ultrakonservativen Gegnern im Parlament und aus den Reihen der schiitischen Geistlichkeit riskierte er die offene Konfrontation mit dem Geistlichen Führer Ajatollah Ali Khamenei. Der Präsident zog den Kürzeren: Khamenei, die oberste Instanz der Islamischen Republik, zwang ihn, mehrere wichtige Personalentscheidungen rückgängig zu machen.

Hintergrund des Konflikts innerhalb des Regimes ist, dass 2012 Parlaments- und 2013 Präsidentschaftswahlen anstehen. Ahmadinedschad kann 2013 laut Verfassung nicht mehr antreten. Offenbar versucht er deshalb, seinen Vertrauten Esfandiar Rahim Mashaie ins Amt zu hieven. Ahmadinedschad könnte dann nach einer Auszeit erneut kandidieren. Seine Gegner greifen deshalb auch Meshaie bei jeder Gelegenheit an. Sowohl er als auch Ahmadinedschad betreiben eine Politik des iranischen Nationalismus. Dies gefährdet in den Augen der Ultrakonservativen den Charakter der Islamischen Republik als Theokratie.

Quelle

Die aktuelle Situation im Iran


Dr. Tim Epkenhans

Die aktuelle Situation im Iran — und der Einfluss der Aufstandsbewegung in der arabischen und islamischen Welt

Kurzbeschreibung Seit das iranische Regime im Herbst 2009 die Unruhen gewaltsam beendet hatte und zahlreiche Oppositionelle verhaftet worden waren, hatte man im Westen nicht mehr viel gehört von der zuvor so aktiven Oppositionsbewegung im Land.
Aber die Unruhen und demokratischen Bewegungen in Tunesien, Ägypten, Libyen oder im benachbarten Bahrain sind auch im Iran wahrgenommen worden — und zeigen Wirkung.
Wie ist die aktuelle Situation der Opposition im Iran, welchen Einfluss haben die Aufstände der umliegenden Staaten, und wie hat das Regime unter Ahmadinedschad den Jahrestag der islamischen Revolution begangen?
Fragen, die der Orientalist und Iran-Experte Prof. Dr. Tim Epkenhans von der Universität Freiburg Focus-Europa-Redakteur Alex beantwortet hat.

„Khamenei ist ein alter, kranker Mann“


Wie lange noch ???
Eine völlige Demontage Ahmadi-Nejads würde Khamenei selbst beschädigen

Mahmud Ahmadi-Nejad lernt soeben die Lektion, die noch jeder Präsident der Islamischen Republik Iran vor ihm lernen musste: dass seine Macht beschränkt ist und, sollte er das vergessen, das System schnell reagiert. Sein Fall unterscheidet sich jedoch insofern von den anderen, als er der Augapfel des religiösen Führers war, sein Wunschpräsident. Deshalb muss Khamenei ihm nach einer Krise immer wieder öffentlich die Stange halten. Eine völlige Demontage würde ihn selbst beschädigen.

Spannend ist der Machtkampf auch deshalb, weil die religiösen Traditionalisten im Iran, die Ahmadi-Nejad nun einbremsen, die westlichen Analysen zu teilen scheinen, dass dieser den Iran in Richtung einer Militärdiktatur führen will, auf Kosten der islamischen Prinzipien der Republik und zugunsten eines iranischen Nationalismus. Was einmal mehr zeigt, wie kurz gegriffen der medial strapazierte Begriff „Mullahregime“ und die Bezeichnung „Konservativer“ für den Präsidenten sind.

Ahmadi-Nejads Versuche, Geheimdienst- und Ölministerium unter seine Kontrolle zu bringen, sind erst einmal gescheitert wie sein Plan, seinen Intimfreund Esfandiar Rahim-Meshaie – den unter Hexereiverdacht stehenden Erfinder des „Iran first“ – für die nächsten Präsidentschaftswahlen, zu denen er nicht mehr antreten kann, in Stellung zu bringen. Aber bis 2013 ist es noch eine Weile, und Ali Khamenei ist ein alter, kranker Mann.

Quelle

Iran berät Syrien bei Unterdrückung von Protesten


Die IR dürfte ganz schon Angst um ihren Verbündeten Assad haben, denn wen das syrische Regime fällt, fällt möglivherweise auch das Khamenei-Regime in Teheran.

Assad & Khamenei

Der Iran berät Syrien einem Zeitungsbericht zufolge bei der gewaltsamen Unterdrückung der Proteste gegen Staatschef Baschar el Assad.

Der Iran berät Syrien einem Zeitungsbericht zufolge bei der gewaltsamen Unterdrückung der Proteste gegen Staatschef Baschar el Assad. Teheran habe entsprechende „Experten“ nach Damaskus entsandt, berichtete die „Washington Post“ am Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf US-Regierungskreise. Daneben würden auch Waffen und Internetprogramme geliefert, mit denen die Urheber von Facebook- und Twitter-Nachrichten ermittelt werden könnten. Dies habe zu hunderten Festnahmen in den vergangenen Wochen geführt. Syrien ist der wichtigste Verbündete des Iran in der Region.

Quelle

Wave of Labor Strikes in Iran


Explodiert alles ?

Following the labor strikes at Abadan’s oil refinery and municipality, the unrest has arrived in Tehran and Tabriz and months of unpaid wages to workers at Kian Tire Company and the lack of official employment at the Tabriz Petrochemical Plant has resulted in workers strikes in the two plants.

Analysts say that this wave of protests is the result of economic pressures stemming from the recent government lifting of subsidies and believe that these are the first sparks that link political and labor protests.

Kian Tire in Crisis

According to the BBC, a group of Kian Tire workers who have not received their wages for months have been gathering inside the plant and by hanging banners that depict their demands are making their voices heard. The workers engage in chants and have started bonfires inside the company compound. Among the chants the workers bellowed are Death to the Crueltor, End the Cruelty, and Death to the Liar.

These workers took to the streets of south west Tehran and would ask drivers to blow their horns in solidarity with them. Witnesses said many drivers did exactly that.

News sources had reported that on March 1, 2011 workers at Kian Tire Company had staged a sit in protest in solidarity with the other protests that were staged around Tehran in support of Mir-Hossein Mousavi and Mehdi Karoubi who had been arrested.

According to Saham News, Kian Tire workers had gathered outside the plant along with their family members and help up placards to display their demands. Agents from the special police forces were present near-by and prevented people from joining them. It should be noted that workers at this plant had also gone on strike about the same last year. Then too they were demanding their unpaid wages and calling for official employment.  That event resulted in the intervention of authorities from the ministry of industries. And even though workers attained their demands then, the company subsequently fired nine workers representatives.

In 2008, the management of this company was relegated to the special board that protects companies with poor management, the Setade Hemayat az Sanaye (Board to Support Industries) as seyed Mohsen Hashemi from the Revolutionary Guards was appointed as the new chief executive of the company.  According to workers at the plant, during the tenth presidential elections in 2009, the CEO turned the company into a campaign headquarters for Mahmoud Ahmadinejad. About the same time the company received 7 billion Toman (about $7 million) from SAIPA and Iran Khodro (both car manufacturing plants) as advance payments for sales of tires. But the health of the company continued to suffer and soon its management changed hands to Kamran, Fatemi Sarash and Ibrahimi. But even they could not stop or reverse the trend.

According to Tabnak new site closely tied to former Revolutionary Guards commander Rezai, a worker told the site, “This company has been having financial problems since bout a year ago which is about the time that workers filed complaints with the ministries of industries and labor and it was decided to put the company under the supervision of the Board to Support Industries as an effort to bring hope to the workers.”

“But even this board could not solve the problems of the company. It is now about a month and a half since the workers’ wages have not been in addition to the earlier unpaid wages for four months. In addition, all the benefits of these workers have been suspended. Ironically, the management has decided to employ between twenty to thirty new security guards, something that contradicts the economic situation of the plant. Because of this, a group of workers approached the ministry of industries and spoke with a deputy minister. Unfortunately this too did not result in meeting their needs,” he said.

Strikes at Tabriz Petrochemical Plant

According to Iran’s ILNA labor news agency, some 1,800 contractual workers at Tabriz’s Petrochemical Plant (TPL) have staged protests demanding to be officially contracted and sign official contracts.  According to ILNA, using un-contracted labor is a violation of specific government regulations by the management of the petrochemical plant. According to some unconfirmed reports, the workers had also been demanding a raise in their wages to match the inflation indicators in the country, and also to have more benefits including insurance.

No news about official response to these demands has been published.  In 2010 the TPL, which is registered among the top 100 companies from a financial perspective, was also designated as the third largest company with outstanding economic health in north-western Iran by Iran’s Industrial Management Organization, a respectable agency that monitors the activities of companies and provides training to them. Last year, TPL produced some 265,000 tons of different petrochemical products out of which some bringing in some 64 million USD through exports to 33 countries.

23 Million Under the Poverty Line

These labor strikes are picking up momentum in Iran as, according to Radio Farda, a report that was published on March 2, 2011, indicates that between 45 to 55 percent of urban dwellers live under the official poverty income line.

There are two standards for identifying the poverty line. In one (where a family comprises of 3.7 individuals) the minimum income stands at 650,000 Toman per month (i.e., about $650). Using this criteria, some 55 percent of Iran’s urban population lives under the poverty line. It should be noted that this family income is the average for the whole country. In Tehran, the minimum stands at 813,000 Toman a month (about $813) so the actual figures for the capital are even larger.

In the other method which uses the price of consumer products, the poverty line averages at 547,000 Toman per month (about $547). According to this yardstick, some 44.5 percent of the urban population lives under the poverty line, which accounts to 33 million people.

It should be noted that the minimum labor wage in Iran is 300,000 Toman per month (about $300).  The government has been against raising the minimum wage arguing that it is inflationary in nature.

Quelle

Ungelöste Probleme


Ali Samadi Ahadi

Im Juni 2009 fand im Iran die Präsidentschaftswahl statt. Im Land war Aufbruchsstimmung zu spüren, Grün war die Farbe des Wandels, des oppositionellen Kandidaten Mir Hossein Mussawi. Doch Mahmud Ahmadinedschad wurde im Amt bestätigt. Die anschließenden Demonstrationen der Bevölkerung wurden brutal niedergeschlagen. Ali Samadi Ahadi konstruierte aus Blog-Einträgen eine animierte Geschichte über die Ereignisse rund um die Wahl, die mit Interviews, Filmaufnahmen und Twitter-Meldungen ergänzt wird. European-Circle-Redakteurin Vici Graf traf den Regisseur und Drehbuch-Autor des Films “The Green Wave” zu einem Gespräch in Berlin.

European Circle: Sie waren während der Wahl 2009 nicht im Iran. Wie haben Sie die Entwicklung der Grünen Bewegung im Iran aus der Ferne miterlebt?

Samadi: Als es begann, war es eher eine Lähmung. Man verstand ja diese Gewalt nicht. Ich verstand nicht die Notwendigkeit für so eine Brutalität. Bis ich begriffen habe, was da passiert, das hat wirklich ein, zwei Monate gedauert. Und bis ich mich auch innerhalb dieser Ereignisse positioniert hatte. Mir ging es wie vielen anderen Menschen auf der Welt, wir haben auf die Bilder geguckt und gesagt: Was kann ich hier machen? Ich glaube, im August habe ich dann beschlossen, den Film zu machen. Ab dem Moment habe ich wirklich Tag und Nacht mit der Situation im Iran gelebt.

European Circle: Man kann die Demonstrationen 2009 als Fortsetzung der Revolution von 1979 sehen, als der Schah gestürzt wurde. Auch damals ging es um Ideale der Gerechtigkeit und Freiheit. Kann man eine Bewegung stoppen, die so tiefe Wurzeln hat?

Samadi: Die iranische Demokratiebewegung ist fast 200 Jahre alt. Der Wunsch ist nie abgeebbt, sondern er war immer da. Er ist stärker denn je zuvor da, weil die iranische Gesellschaft auf der einen Seite jünger geworden ist – wir haben eine der jüngsten Gesellschaften der Welt – und auf der anderen Seite zugleich auch einen Bildungsgrad erreicht hat, eine Öffnung erreicht hat an Einflüssen aus der ganzen Welt. Diese Gesellschaft kann so eine Struktur, wie sie im Moment herrscht im iranischen System, nicht akzeptieren. Diese starre Form, dieses Hierarchische, dieses Autokratische. Da muss sicherlich ein Wandel kommen.

European Circle: Das kann noch Jahre dauern. Solche gesellschaftlichen Bewegungen sind nie linear, es geht auf und ab. So auch jetzt durch die Niederschlagung der Demokratie-Bewegung.

Samadi: Angenommen, diese Bewegung hätte Erfolg gehabt, wäre die Frage gewesen: Wo ist die Alternative? Wo sind die Strukturen, auf deren Basis man ein demokratisches System aufbauen kann? Die müssen wachsen, die müssen eine Form bekommen, mit deren Hilfe man ein System aufbauen kann, das auf das Volk hört.
Das war ein Riesenproblem 1979, als der Schah gestürzt wurde. Man hat gesagt: Hauptsache, der Schah ist weg, was danach kommt, wird sicherlich besser sein. Das war nicht der Fall. Nicht, dass der Schah toll war – aber was danach kam, war weniger toll.

European Circle: Die Alternative zu Ahmadinedschad wäre bei den vergangenen Wahlen Mussawi gewesen. Würden Sie sich als Anhänger von Mussawi bezeichnen?

Samadi: Nein. Ich würde nicht sagen, ich bin pro oder gegen Mussawi oder ich bin pro oder gegen Ahmadinedschad. Was ich versucht habe in diesem Film ist zu sehen, was die Menschen wollen. Wo ist deren Verlangen und wo ist deren Haltung?
Was mich interessiert ist die Frage: Muss man auf Leute schießen, bloß weil die fragen: “Wo ist unser Stimmzettel geblieben?” Das hat nichts mit politischen Richtungen zu tun, das sind rein menschenrechtliche Fragen. Und der Iran hat die Menschenrechtscharta unterschrieben. Laut Verfassung haben die Menschen das Recht, ihre Meinung zu äußern und zu demonstrieren. Wenn das alles nicht stattfindet und das Volk fragt warum, dann möchte ich das thematisieren. Um diese Frage, die das Volk stellt, weiterzugeben.

European Circle: Wie sieht es mit der grünen Bewegung heute aus? In den Medien hört man fast nichts mehr davon.

Samadi: Der Grund, warum die Menschen auf die Straße und zu den Wahlurnen gegangen sind, waren mangelnde Freiheiten. Perspektivenlosigkeit für die jungen Menschen, Inflation, Arbeitslosigkeit, Unterdrückung der Frauen, Unterdrückung der Jugend, problematische internationale Beziehungen: all das waren die Gründe, warum sich die Menschen vor anderthalb Jahren so massiv eingesetzt haben.
Keines von diesen Problemen hat sich gelöst, die Situation hat sich verschlechtert. Die Inflation ist in die Höhe geschnellt, die Arbeitslosigkeit ist höher denn jemals zuvor, es sind mehr Journalisten in Gefängnissen im Iran als irgendwo anders auf der Welt. Das sind alles Gründe dafür, dass die Menschen auf die Straße gegangen sind. Wenn diese Probleme nicht gelöst sind, kann sich natürlich der Wunsch der Menschen nach Lösungen nicht aufgelöst haben. Mit Waffengewalt Ruhe in die Gesellschaft zu bringen kann nur von kurzer Dauer sein, langfristig wollen die Menschen Antworten haben.
Ich bin sicher, dass die Menschen mit der aktuellen Situation nicht glücklich sind.

European Circle: Ist Ihr Film als Weckruf an den Westen zu verstehen, dass diese Demokratiebewegung nicht tot ist, nur weil man nichts mehr in den Nachrichten hört?

Samadi: Natürlich ist das auch ein Signal an die internationale Welt, hinzuschauen und zu sehen, was die Auslöser waren und was die Gründe sind, warum es kein Ende für diese Bewegung geben kann. Auf der anderen Seite ist es auch von Bedeutung, gerade für unsere Politiker, die mit dem Iran verhandeln, zu sagen: Wieso diskutiert ihr über unsere Stabilität und unsere Sicherheit mit einem Regime, das sein eigenes Volk und dessen Meinung nicht achtet und hinrichtet, tötet, vergewaltigt, verschwinden lässt, ohne das Thema Menschenrechte zu thematisieren? Wieso sollte das iranische Regime unsere Sicherheit achten, wenn es die Sicherheit des eigenen Volkes nicht achtet? Das ist eine Schizophrenie in unserer Politik, die aufhören muss. Mit Diktaturen Kuhhandel einzugehen ist nicht gerade förderlich für unsere Stabilität und Sicherheit.

European Circle: War es für Sie schwer, Ihre Emotionen im Zaum zu halten, als Sie diesen Film gemacht haben?

Samadi: Ja klar, es ist ein total emotionales Wechselbad gewesen, als wir den Film gemacht haben. Auf der einen Seite muss man ganz ehrlich sagen, man kann keinen Abstand halten. Wenn ich den Film mache, dann bin ich natürlich zutiefst involviert. Und das will ich auch. An diese Objektivität, von der man immer spricht, glaube ich nicht. Ich habe eine Haltung, und ich versuche nicht, sie zu verheimlichen. Ich kann nicht objektiv sein, da müsste ich schizophren sein. Deshalb versuche ich erst gar nicht, mich rauszuhalten, sondern ich involviere mich. Und vertraue ein Stück weit meiner Professionalität, dass ich dabei den Faden nicht verliere. Es ist immer ein Risiko, wenn man sich so nah an seine eigenen Wurzeln begibt.

European Circle: Im Film kommen ein paar sehr brutale Szenen mit verletzten und sterbenden Demonstranten vor. Haben Sie gezögert, diese Bilder zu zeigen, oder war für Sie von Anfang an klar, dass diese Szenen zu Dokumentationszwecken in den Film müssen?

Samadi: Es ist immer eine Gratwanderung. Wie weit geht man in einem Film, wenn man die Realität anspricht. Ich habe darüber nachgedacht, aber nicht wahnsinnig lange. Mir war klar, dass diese Bilder da reingehören. Wir haben nicht mal die härtesten Bilder genommen, die wir hatten. Es gab hunderte von viel brutaleren Bildern als das, was wir darstellen.
Mir ist es wichtig, dass man in Relation setzt, was im Iran passiert ist. Dass wir die Bilder, die wir sonst zeigen, die Blogs, die Twitter-Nachrichten, die Interviews, in Relation zu den Ereignissen auf der Straße setzen. Und die Ereignisse auf der Straße waren brutal. Wenn man diese Relation nicht hat, kennt man die Tragweite dieser Texte nicht.

European Circle: Die Dokumentation ist eine Collage aus zahlreichen Facebook-, Twitter- und Blogeinträgen. Sie haben viele verstreute Stückchen eingesammelt und zusammengefügt. Was waren dabei die Schwierigkeiten? Sie haben etwas gänzlich Neues geschaffen, wie mussten Sie Ihre Arbeitsweise ändern?

Samadi: Die Arbeitsweise war, dass ich nicht in den Iran reisen konnte. Ich musste mit vorhandenem Material umgehen, das andere erstellt hatten. Das bedeutete unzählige Stunden recherchieren, sammeln, auswerten, kategorisieren und dann Entscheidungen fällen. Das ist natürlich anders, als wenn man die Möglichkeit hat, selber Geschichten und Bilder zu generieren.
Die nächste Frage war, welche Puzzle-Stücke habe ich, welche Puzzle-Stücke brauche ich. Und diese Lücken mussten irgendwie gefüllt werden. Ich habe relativ lange darüber nachgedacht, bis ich auf die Idee kam, sie mit Blog- und Twitter-Einträgen zu füllen, weil die waren zu der Zeit sehr massiv. Aber das sind nur Texte und die müssen visualisiert werden. Für mich war es wichtig, dass ich das Ganze abstrakt halte. Und dann war die Frage: Wie abstrakt? Mit welchen Mitteln? Wenn Animation, welche Animation? Es gibt hunderte Formen von Animation.
Ich habe auch wenig Zeit gehabt. Ich hatte zehn Monate für den gesamten Film und 42 Minuten Animation innerhalb von zehn Monaten, das ist eigentlich eine Mission Impossible. Es war eine absolute Herausforderung.
Und die Collage, das ist eine einzigartige Veranstaltung. Ich habe noch nie einen Film gesehen, der in der Form funktioniert. Dass man reale Bilder, Interviews, Animation, Töne, Texte, alles miteinander vermengt. Das war ein Stück weit auch ein Blindflug, weil man nicht weiß: Geht das auf oder geht das nicht auf? Es ist komplettes Neuland. Aber das bin ich gewohnt von meinen Arbeiten, ich betrete gerne Neuland.

European Circle: Was waren die größten Fallen, die Sie umgehen mussten? Hatten Sie Angst, in den Blogbeiträgen auf Unwahres zu stoßen?

Samadi: Ich habe Tausende von Seiten von Texten gelesen. Und wenn die aus unterschiedlichsten Quellen kommen und zusammenpassen wie ein Puzzle-Stück, wenn ich merke, dasselbe Ereignis wird von unterschiedlichen Menschen gleich beschrieben, dann kann es nicht falsch sein.
Wir haben eine Situation im Gefängnis von einem Blog rausgenommen und angefangen, das zu visualisieren und zu animieren. Im selben Gefängnis waren auch regimetreue Menschen gefoltert und vergewaltigt worden. Die haben sich beim geistigen Oberhaupt beschwert, woraufhin das Gefängnis geschlossen wurde und das iranische Fernsehen Bilder daraus gezeigt hat. Spannend war zu sehen, dass unsere Visualisierungen und diese Bilder sehr ähnlich waren. Das zeigt, dass die Blogbeiträge, die wir gesammelt hatten, sehr dem entsprachen, was da passiert war.

European Circle: Nach dem Dreh von “The Green Wave” können Sie für absehbare Zeit nicht mehr in den Iran reisen – was Ihnen auch vorher klar war. Dennoch war Ihnen das Thema so wichtig, dass Sie diese Konsequenz in Kauf genommen haben. Hoffen Sie, in Zukunft in den Iran zurückkehren zu können, falls sich die demokratisierende Bewegung durchsetzt?

Samadi: Das wäre sehr schön. Wenn tatsächlich die iranische Regierung wieder anfängt, auf ihr Volk zu hören, wenn das iranische Volk wieder das Sagen hat, gehe ich davon aus, dass ich die Möglichkeit haben werde, wieder in den Iran zu reisen.

Ali Samadi Ahadi wurde 1972 in Täbris im Iran geboren. Mit 12 Jahren kam er nach Deutschland, wo er später Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Film und TV studierte. Er war als Regisseur, Cutter oder Kameramann an verschiedenen Dokumentationen und Reportagen beteiligt. Zu seinen Filmen zählen die Dokumentationen “Culture Clean” und “Lost Children” (ausgezeichnet u.a. mit dem Deutschen Filmpreis 2006) sowie die Culture-Clash-Komödie “Salami Aleikum”.

Quelle